Die Gewinnerin des DELIA-Jugendliteraturpreises 2018

Die Autorin:

Kira Gembri wurde 1990 als zweitältestes von fünf Kindern in Wien geboren. Dieser schönen Stadt blieb sie auch nach dem Abschluss ihres Masterstudiums der Vergleichenden Literaturwissenschaft treu. Wenn sie nicht gerade mit ihrer kleinen Tochter auf dem Teppich herumrollt, mehr schlecht als recht Cello spielt, ihrem Kater - einem charakterlichen Doppelgänger von Simon’s Cat - hinterherjagt oder in einem der Bücher schmökert, die sich in ihrer Wohnung stapeln, gilt ihre Leidenschaft dem Schreiben humorvoller und romantischer Geschichten.

Der Roman:

Emilia führt eine Liste von besonderen Träumen: Sie möchte Klavierspielen lernen, ein Konzert besuchen oder einfach nur wissen, wie der Regen klingt. Hinter jedem dieser Punkte steckt für sie jedoch eine große Herausforderung, denn Emilia ist nahezu taub. Dass der Zufall sie ausgerechnet auf Nick treffen lässt, erscheint ihr wie ein schlechter Scherz. Schließlich zeigt der Junge mit dem schiefen Grinsen viel mehr Interesse an Partys als an Musik. Doch während Emilia ihren Träumen nachjagt, begegnen sich die beiden immer wieder - und wie es scheint, sind Nicks laute und Emilias stille Welt gar nicht so weit voneinander entfernt ...

Die Begründung der Jury (Shortlist-Nominierung):

In diesem einfühlsamen Roman lässt die Autorin eine Welt der Stille entstehen und stellt sie der Welt der Musik gegenüber. Emilia und Nick. Die Gehörlose und der Geiger. Mit zwei so unterschiedlichen Charakteren schafft Kira Gembri ein Buch, dass so sich still und leise ins Herz des Lesers schleicht, um dann große Gefühle herauszuschreien.
Eine fein ausgearbeitete Figurenkonstellation, wobei jede Figur in sich vielschichtig angelegt ist. Mit feinem psychologischem Gespür und einem klaren Stil werden die Geschichten hinter den Geschichten eingestrickt, während Nick und Emilia sich vorsichtig aufeinander zu bewegen, vereint durch die Leidenschaft für Musik. Eine starke Geschichte mit mehreren Melodien, die jeweils sehr feine Töne in sich bergen.

Die Begründung der Jury (Preisverleihung):

Eine Geschichte, so fein gesponnen, dass man sich ihr schon nach wenigen Seiten nicht mehr entziehen kann.
Eine Geschichte, die trotz – oder gerade wegen der großen Gefühle, die sie beschreibt, nie ins Klischee abrutscht.
Eine Geschichte, die man in einem Zug durchlesen kann und von der man gleichzeitig tief berührt wird.
Eine Geschichte über eine Liebe, die auf den ersten Blick so unpassend erscheint und den beiden Beteiligten dennoch genau das gibt, was sie gesucht haben: Antworten – und das Gefühl, den einzigen Menschen gefunden zu haben, der versteht, um was es wirklich geht.

 

Außerdem nominiert waren:

Lena Hach, Nichts wünsche ich mir mehr, Beltz & Gelberg

Angela Kirchner, Viel näher als zu nah, Dressler

Laura Kneidl, Water & Air, Carlsen

Robin Lyall, Unter der Sonne nur wir, Arena