Die Gewinnerin des DELIA-Literaturpreises 2018

Die Autorin:

Nora Elias ist das Pseudonym einer im Rheinland lebenden Autorin historischer Romane. Zum Schreiben kam sie bereits als Studentin und widmet sich nun vermehrt der Geschichte ihrer Wahlheimat. Sie liebt Reisen und lange Wanderungen.

Der Roman:

Köln 1945: Kurz vor Kriegsende flieht Antonia von Brelow von ihrem Landgut in Preußen ins einstmals prachtvolle Stadthaus der Familie in Köln. Um Geld zu verdienen, sieht sie sich gezwungen, Zimmer des Hauses zu vermieten. So bildet sie schließlich eine Gemeinschaft mit der Tänzerin Elisabeth, der Krankenschwester Katharina, dem Arzt Georg und ihrem intriganten Schwager Richard. Alle Bewohner des Hauses haben eine Vergangenheit, von der sie niemandem erzählen. Doch das größte Geheimnis hütet Antonia selbst: die Identität des Vaters ihrer kleinen Tochter Marie. Gemeinsam mit Georg, zu dem sie sich immer stärker hingezogen fühlt, tritt Antonia schließlich eine Reise zum dunkelsten Punkt in ihrem Leben an ...

Die Begründung der Jury (Shortlist-Nominierung):

Es ist nicht nur eine Liebesgeschichte, die hier erzählt wird, sondern eigentlich drei – und darüber hinaus ist dieser Roman eine Hommage an die Freundschaft. Vor der Kulisse der Stadt Köln in der Nachkriegszeit entwirft die Autorin das Mosaik einer Notgemeinschaft, zusammengewürfelt in einer ungewöhnlichen WG. Jeder von ihnen hat seine Vergangenheit, seine Narben und seine Geheimnisse. Nora Elias Stärke sind die lebendigen dreidimensionalen Figuren, die man nach kurzer Zeit persönlich zu kennen glaubt, und ihre bildhafte Erzählweise, die einen manchmal an die Grenzen des Aushaltbaren bringt. Keine leichte Unterhaltung, aber neben einer äußerst spannenden Story und großen Gefühlen ein Stück Zeitgeschichte, dem man sich nicht entziehen kann.

Die Begründung der Jury (Preisverleihung):

Atmosphärisch dicht wird in diesem Roman eine glaubhafte Geschichte von Schmerz, leidenschaftlichem Verlangen aber auch erst wachsender, zarter Zuneigung und dem Kampf mit den eigenen Dämonen erzählt.
Eine ausgefeilte Sprache mit wunderbaren Dialogen, die den Protagonisten ihren Charakter geben, lässt den Leser tief mitempfinden und miterleben.
Große Gefühle kontrastieren und harmonieren zugleich mit den widrigen Umständen, in denen sich die Protagonisten befinden – und der Leser ist stets hautnah mit dabei.
Überraschende Wendungen runden diese ebenso glaubhafte wie berührende Liebesgeschichte ab.

 

Außerdem nominiert waren:

Jenny-Mai Nuyen, Heartware, Rowohlt

Lily Oliver, Träume, die ich uns stehle, Droemer Knaur

Tim Sohr, Für immer und Amy, List

Tanja Weber, Mein Herz ist ein wilder Tiger, Droemer Knaur