Carolin Schairer - In jener Nacht

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Taschenbuch

VerlagUlrike Helmer Verlag
ErschienenSeptember 2015
ISBN-103897413760
ISBN-139783897413764
Seitenanzahl304
Preis14,95 €

Inhaltsangabe

Julie Schneeberg, Kriminalautorin von internationalem Rang, greift in ihrem neuen Thriller auf ein düsteres Kapitel ihres Lebens zurück: Als Siebzehnjährige hat sie den gewaltsamen Tod ihrer Geschwister miterleben müssen.
Die vom Stiefvater ausgelöste Familientragödie zerstörte auch das Verhältnis zu Julies Mutter Dana, der Kontakt zwischen beiden riss ab. Die Mutter, eine gescheiterte Schauspielerin, rettete sich nach Berlin, begann ein neues Leben an der Seite eines anderen Partners und machte unter dem Namen Dana Karneol erfolgreich TV-Karriere. Die Tochter zog sich – nach einer lesbischen Affäre – mehr und mehr auf sich selbst und ihr Schreiben zurück. Bis ihr Thriller die Schatten der Vergangenheit weckt …

Leseprobe

"Ich helfe dir", versprach er und hätte ihr am liebsten alles erzählt - doch schwieg er wohl besser. Von ihr als Versager bezeichnet zu werden war mehr, als er ertragen konnte. Es reichte schon, dass sie ihn mit diesem Blick bedachte, der ihn daran zweifeln ließ, ob sie ihn überhaupt noch liebte. Zum ersten Mal seit Beginn seiner Beziehung mit Dana Karneol hatte er Angst vor der Zukunft. Was, wenn sie irgendwann genug von ihm hatte?
"Ich will, dass jemand sie stoppt!" Dana legte sich die Hände auf den Bauch. "Das alles tut mir nicht gut. Die Aufregung, die Sorge. Dieses Buch darf nie erscheinen!"
"Lass sie doch schreiben, was sie will." Dass Julie gestoppt werden müsse, hatte er sich bereits mehrmals anhören müssen. Verstanden hatte er es nie. Warum konnte dieses Buch Dana nicht egal sein? Julie Schneeberg war bekannt für fiktive Geschichten, nicht für Tatsachenberichte. "Liebste. Ich verstehe, dass es schmerzhaft für dich ist, mit all dem konfrontiert zu werden", startete er einen neuen Versuch, seine Frau aus der Stimmung zu reißen, in die sie abgerutscht war, seit sie von dem geplanten Thriller erfahren hatte. "Aber ich verstehe einfach nicht, warum es dir solche Angst macht."
"Du verstehst überhaupt nichts!", fuhr sie ihn unwirsch an. Sie stand auf und ging wieder zum Fenster. Ihm den Rücken zuwendend, sagte sie mit brüchiger Stimme: "Du hast sie nicht gesehen, in ihren Betten ... voller Blut!"
Es war das erste Mal, dass er Dana in dieser Offenheit über die Tragödie sprechen hörte.
"Julie waren ihre Schwestern vollkommen egal", fuhr sie nun fort. "Sie waren ihr letzten Endes nur lästig ..."