Lee Bauers - DARKEN II - Für immer und ewig

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Taschenbuch

VerlagOldigor Verlag
ErschienenMärz 2013
ISBN-139783943697391
Seitenanzahl306
Preis14,90 €

Inhaltsangabe

Seit Sirona und der geheimnisvolle Darken auf dem Sommerfest auf Castello Del Guardiano Della Spada aufeinandertrafen, beginnt sie die volle Tragweite ihrer ungewöhnlichen Bestimmung zu begreifen und welche Rolle ihre Liebe zu Darken dabei spielt.

Ohne, dass sie es ahnt, steht Sirona am Anfang einer Reise, die vor mehr als zweitausend Jahren begann, als Darken sie tötete. Sirona muss sich nicht nur mit ihren neuen Kräften vertraut machen, sondern auch das Leben ihrer kleinen Familie mit dem Leben des unsterblichen Darken und seiner „Brüder“ in Einklang bringen, um für ihre Tochter Kim und Omma, ihre ahnungslose alte Mutter, so etwas wie „Normalität“ einkehren zu lassen.

Alles kein Problem, denkt Sirona, wären da nicht diese unerklärlichen Visionen und die magischen Kräfte, die immer mehr in ihr wachsen. Sirona gibt alles, bis sie schließlich unter dem Druck zusammenbricht und verzweifelt ihr Schwert gegen Darken erhebt…

Die spannende und vor Erotik und Magie knisternde Fortsetzung von „Darken – die Zusammenkunft“

Leseprobe

Sirona spürte, wie sich ihr Bewusstsein langsam aus dem Schlaf schälte. Sie war müde, wollte noch nicht aufwachen und suchte nach einem Grund liegenzubleiben. Sie fror. Draußen war es dunkel, sah man von dem Mondlicht ab. Mit der rechten Hand fischte sie nach ihrer Bettdecke und ihr Blick fiel auf Darkens ausgestreckten Arm. Es war vollkommen still, selbst seine Schlafgeräusche waren nicht zu vernehmen.

Sie schmunzelte. Der Mann, der ihr täglich versicherte, dass er sie über alles liebte, sie immer halten wollte, lag neben ihr und hatte doch tatsächlich seinen Arm von ihr gleiten lassen. Sie musste ihn wirklich erschöpft haben, denn bis jetzt hatte er sie selbst im Schlaf nie losgelassen. Das würde er ihr morgen früh büßen!

Sie beugte sich vorsichtig vor und küsste seine Armbeuge, dann griff sie nach seinem Handgelenk, und legte seinen Arm wieder über ihren Bauch, dorthin, wo er nachts gefälligst hingehörte, während sie schlief.

Darkens Arm war steif und kalt, und als sie ihn losließ, drückte er sich nicht wie gewohnt gegen ihren Leib. Sirona hielt inne. Sie beugte sich über ihn und fingerte nach dem Lichtschalter der Lampe auf seinem Nachttisch. Wieso war sein Körper so kalt? Als er sich nicht rührte, obwohl es nun hell war im Zimmer, riss sie die Bettdecke von seinem Körper und erstarrte.

Darken lag neben ihr auf dem Rücken, die Augen geschlossen. Seine Bauchdecke war geöffnet und dünne, durchsichtige Schläuche ragten aus seinem Körper.

Sirona konnte nicht mehr atmen. Sie sah nur das Blut, das durch die Schläuche aus seinem Körper floss, langsam aber unaufhörlich. Sie sah sein aschfahles Gesicht, spürte, wie sich Kälte in ihren Beinen ausbreitete und über ihren Unterleib langsam aber sicher auch ihre Brust erreichte.

Sie wollte die Schläuche berühren, aber ihre Hand bewegte sich nur wie in Zeitlupe. Die Schläuche waren warm, aber mit seinem Blut floss das Leben aus Darken, unaufhaltsam, und sammelte sich unter seinem Körper in einer großen Lache.

Sirona presste ihre Hände an die Schläfen und riss den Mund auf, um zu schreien, aber es wollte kein Sauerstoff in ihre Lungen fließen. Ihre Kehle war wie zugeschnürt und der Druck hinter ihrem Kehlkopf wurde stärker und stärker, stieg bis unter ihre Schädeldecke und drohte sie zu zersprengen. Sie war nicht stark genug, um ihm standzuhalten, nicht stark genug, diesen Anblick zu ertragen!

Ihre Hände zuckten, fuhren unkontrolliert in ihre Haare und rissen daran, rissen, bis sich ihr Schrei endlich Bahn brechen konnte. Sirona schrie. Sie schrie ohne Luft zu holen, schrie seinen Namen, schrie nach Taamin, dann warf sie den Kopf zurück und schrie um sein Leben und ihres. Sie sah nichts und sah doch alles und ihr Körper schrie, während ihr Geist erstarrte und schließlich floh.

Wie durch Nebel hörte sie ihre Schreie, sie spürte den Luftzug, als eine Tür aufgerissen wurde. Jemand war über ihr, jemand schüttelte sie, jemand packte ihren Kopf. „Sirona! Sirona! Was ist los? Schau mir in die Augen! Mach sie wieder auf! Schau mir in die Augen!“ Taamin.

Sirona verstummte, sie spürte den Druck von Händen an ihren Armen und den Druck von Händen an ihrem Kopf, aber sie konnte sich nicht rühren. Sie starrte Taamin an. Sah er denn nicht, was neben ihr lag? Warum half er ihm nicht? War Darken nicht mehr zu retten?

„Sirona! Rede mit mir!“ Der Druck auf ihren Kopf wurde fester. Sirona rang nach Luft, sie röchelte. Langsam hob sie eine Hand, eine blutige Hand, und richtete einen Finger auf den toten Darken, ohne ihren starren Blick von Taamin zu lösen, als wären seine Augen das einzige, was sie davor rettete, ganz im Nebel zu versinken. Schneidende Kälte fuhr ihr über die Haut und in den Körper, sie stieg in ihren Hals. Kein Laut konnte mehr durch ihre Kehle dringen.

Taamins Blick folgte ihrem Finger. Dann sah er ihr wieder in die Augen und drückte sie an sich. „Sirona, was ist geschehen? Was siehst du?“

Ein Röcheln, dann ein Krächzen: „Darken! Ich hab es nicht gemerkt … habe nicht mitbekommen, wie sie ihm …“

„Sirona?!“

Ein Schluchzen schüttelte sie, aber Taamin zwang sie, den Kopf zu heben. Er sah ihr tief in die Augen, zwang sie, ihren Kopf zu drehen.

Sirona schloss augenblicklich die Augen, wand sich unter seinem Griff, warf den Kopf zurück und wollte wieder schreien, aber Taamin blieb unerbittlich. Der Druck an ihren Armen wurde fester, der an ihrem Kopf auch, und Taamin redete auf sie ein, schließlich brüllte er sie an und Sirona gehorchte. Sie riss die Augen auf und wusste, dass der erneute Anblick von Darken, der ausgeblutet auf dem Bett neben ihr lag, sie den Verstand kosten würde.

Das erste was sie jedoch sah, waren seine azurblauen Augen, und jetzt nahm sie auch den Druck an ihren Oberarmen deutlicher wahr, es waren seine Hände, die sie aufrecht hielten und sie die ganze Zeit gehalten hatten. Seine Augenbrauen waren zusammengezogen und er schwieg, als wolle er sie hypnotisieren.

Sironas Atmung wurde ruckartiger, sie streckte ihre Hand wieder nach ihm aus, berührte seine Wange, die warm und weich war, und spürte sein Zittern. Taamins Händedruck an ihrem Kopf ließ nach. Es war still im Raum, niemand sprach ein Wort, beide Männer waren vollkommen auf Sirona fixiert.

„Du warst tot, dein Blut, die Schläuche, ich habe es gesehen“, flüsterte sie.

Sirona konnte an Darkens Adamsapfel erkennen, wie hart er schluckte, dann zog er sie ruckartig an sich und presste sie an seine Brust. „Ich lebe, alles ist gut, du hast nur geträumt!“

Sirona schüttelte langsam den Kopf, dann begann sie laut zu schluchzen.

Taamin saß immer noch ganz still auf dem Bett hinter ihr und rührte sich nicht. Erst, als sich die Matratze leicht hob, wusste sie, dass Darken ihn mit einer Kopfbewegung gebeten hatte, sie allein zu lassen.

Sirona presste sich an Darken. Sie atmete seinen Geruch ein, hörte seinen Herzschlag und seinen Atem dicht an ihrem Ohr. Sie spürte, wie er sie auf die Schulter küsste und wie seine Lippen ihre Haut streiften, als er sich mit Küssen bis zu ihrem Hals hoch arbeitete und murmelte „Sirona“.

Ihre Tränen verhinderten, dass sie ihm klar in die Augen sehen konnte, aber dennoch bemerkte sie seinen sorgenvollen Blick.

„Es war so real!“

„Was hast du gesehen?“

„Dich! Dein Körper war geöffnet, überall Schläuche, dein Blut unter dir und nicht in dir, du warst tot! Es war so kalt, ich habe gefroren und bin davon wach geworden. Dein Arm, er war nicht da, wo er immer ist, auf mir!“

Sirona stammelte hilflos, die Schrecken ihrer Vision waren noch zu lebhaft. Ein Geräusch ließ sie aufschauen. Taamin war zurückgekehrt.

„Was hast du da?“ Sirona hob die Hand an Darkens Gesicht. Sie hielt inne. Ihre Hand war voller Blut. Entsetzt sah sie Darken an.

Er aber schwieg und nahm Taamin ein warmes, feuchtes Tuch ab und wusch damit zärtlich Sironas Gesicht und ihre Hände. Er blieb stumm und als er fertig war, warf Taamin das Tuch in eine kleine Schüssel mit Wasser und verließ wieder den Raum.

Sirona glitt an Darkens Brust herab und seine Umarmung war fester als sonst. „Woher kommt das Blut, wenn es nur ein Traum war?“

Darken küsste sie sacht auf die Stirn. „Ich weiß es nicht, wir werden es aber herausbekommen. Es ist nicht mein Blut, und auch du weist keine Verletzungen auf. Schlaf jetzt, ich halte dich fest.“ Seine Stimme war nur ein Flüstern und Sirona reagierte darauf, als wäre es eine Droge. Darken lebte, er flüsterte und er hielt sie. Sie fühlte sich sicher in seinen Armen und geschützt. Ihr Pulsschlag beruhigte sich, aber sie konnte sich nicht so weit entspannen, dass sie wieder eingeschlafen wäre.