Lee Bauers - DARKEN III - Der Angriff

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Taschenbuch

VerlagOldigor Verlag
ErschienenSeptember 2013
ISBN-139783943697520
Seitenanzahl315
Preis14,90 €

Inhaltsangabe

Die Hochzeitsvorbereitungen zwischen den beiden Unsterblichen Sirona und Darken laufen auf Hochtouren. Der Tag, an dem Sirona Darken das Ja-Wort gibt, sollte der schönste Tag ihres Lebens werden. Stattdessen wird sie jedoch gezwungen, zum ersten Mal mit ihrem Schwert Ychan die Ihren zu verteidigen – bis aufs Blut. Außerdem muss sie sich um ihre Freundin Stella kümmern und sie vor Darkens Zorn zu schützen. Dennoch, Liebe verbindet sie mit ihrem Mann und bedingungslose Treue mit Darkens Brüdern, die ihr Loyalität bis in den Tod schwören, und Sirona kann zu ihrer Hochzeitsreise in die Wildheit des südamerikanischen Dschungels aufbrechen. Dort trifft sie auf einen Verbündetet, der ihr von nun an nicht mehr von der Seite weichen wird: Black Guaraná.

Leseprobe

Sirona schaute gedankenverloren über die lustige und bunte Hochzeitsgesellschaft. Sie wurde immer ruhiger, entspannte sich immer mehr und öffnete probeweise ihren Geist. Für sie war das so, als wenn sie ein viel zu eng geschnürtes Korsett lockern würde. Wenn sie ihren Geist verschloss, dann kostete das nicht nur Kraft, sie fühlte sich dann auch eingeengt, ihrer Freiheit beraubt. Sie löste sich gerade ruhig und entspannt vom Arm ihrer Mutter und schlenderte auf Thor zu, um sich für seine Hilfe zu bedanken, als eine schwarze, heftige Welle sie erschütterte.

Thor beobachtete, wie sie fröhlich auf ihn zukam. Als er sah, wie plötzlich ihr Lächeln erstarb und sämtliche Farbe aus ihrem Gesicht wich, war er mit wenigen Schritten bei ihr und griff sofort nach ihrem Arm.

Sirona versuchte, sich aufrechtzuhalten.

Er legte einen Arm um ihre Schulter, um den Anschein zu wahren, dass sie selbst stehen konnte.

„Bring mich ins Haus!“, stöhnte sie.

Thor gehorchte

Eine zweite Welle durchdrang Sirona, sie zuckte zusammen. Thors Griff wurde fester und sein Schritt schneller. Er blickte über seine Schulter und fand Ténochs Blick. Ténoch erkannte, dass etwas nicht stimmte und signalisierte, dass er die Gesellschaft im Auge behalten würde. Sie betraten das Haus und Sirona spürte die nächste Welle auf sich zu rasen. Jetzt öffnete sie ihre Kanäle ganz und sah Darken hinter dem Haus auf dem Boden liegen.

Sie schrie auf, riss sich von Thor los und rannte durch das Esszimmer in den Innenhof und dann durch das große Tor auf das hintere Grundstück zu, von dem aus man die fröhliche Gesellschaft vor dem großen Haus weder sehen noch hören konnte. Thor folgte ihr, versuchte sie aufzuhalten.

Es war draußen sehr warm, einige Fenster des oberen Stockwerkes waren zum Lüften geöffnet, ihres nicht. Als Sirona in den Garten hinausstürmte, rief sie im Geiste instinktiv nach Ychan und rannte los. Sie hörte kaum das Klirren ihres Schlafzimmerfensters, als ihr Schwert zu ihr flog.

Taamin und Darken, der sich offensichtlich wieder erhoben hatte, kämpften bereits mit sechs dunkel maskierten Männern, die mit Messern bewaffnet waren. Sirona achtete auf nichts weiter, als auf diese Männer und stürmte vorwärts. Darken hatte bereits dreien von ihnen das Genick gebrochen, was sie im Laufen der verdrehten Körperstellung der Leichen entnehmen konnte, aber die Angreifer waren offensichtlich gut vorbereitet und trugen Waffen.

Thor, der die Situation sofort richtig einschätzte, rannte an ihr vorbei.

Der eine Angreifer links von ihr griff sich unter die Weste und zog eine Schusswaffe hervor. Sirona war am dichtesten an ihm dran. Sie schlug zu. Ychan zerschnitt die Luft und traf den Mann an der Seite. Sein Körper wurde bis zur Hälfte durchteilt. Sie zog das Schwert zurück und drehte sich blitzschnell um, schlug noch einmal zu, dann war es still.

Sirona starrte auf den toten Mann vor ihr, das Blut floss aus seinem Körper, sie hatte einige Spritzer auf ihrem Kleid. Sie spürte einen harten Griff am Arm und wurde von Darken weggedreht, sodass sie die Leichen nicht mehr sehen konnte. Taamin nahm ihr vorsichtig Ychan aus der Hand, ihr Puls raste, sie konnte Darken nur verschwommen wahrnehmen, so, als sähe sie einen 3-D-Film ohne Brille.

Sie schnaufte und versuchte sich zu beruhigen, hinter Darken stand Thor und hielt von ihr Abstand. Dann wurde ihre Atmung endlich ruhiger und ihr Blick schärfer. Sie hob den Kopf, selbst Darken wahrte nun Abstand zu ihr.

Als sie in sein verschwitztes Gesicht sah, schien er erleichtert, nahm sie in die Arme und drückte sie fest an sich. Sie ließ ihren Geist frei und tastete Darken und Taamin und danach Thor ab, sie waren alle unverletzt. Dann hob sie den Kopf und sah Darken an. „Wer waren die, wo kamen die her?“ Sie wartete keine Antwort ab, sah zu Taamin und Thor und dann auf ihr Kleid. Aluinn kam aus dem Salon gerannt, von wo aus er entsetzt den Kampf beobachtet hatte.

„Mein Kleid, Aluinn, Sie müssen mir bitte helfen. Die Flecken, die Gäste, niemand darf etwas mitbekommen.“ Sie drehte sich zu Aluinn um, wollte auf ihn zugehen.

Darken packte sie fester und drehte sie wieder zurück. „Was war das mit deinen Augen?“

Sirona sah ihn fragend an.

„Deine Augen waren weiß, wie gleißendes Licht, alles Blau darin war verschwunden“, sagte Taamin.

„Ich weiß nicht, ich kann mich nicht erinnern. Ich weiß nur, dass ich zum Schluss etwas verschwommen gesehen habe, ich dachte es lag an meinem Blutdruck.“

„Es war deine Weißmagie!“, sagte Darken und sah sie besorgt an. „Wie fühlst du dich?“

Sirona drehte sich zu den Leichen um, schaute sie genau an, dann ließ sie die Schultern sinken und sah die drei Männer an. „Es geht mir wieder gut, ich war wütend und hasserfüllt, ich weiß, dass ich getötet habe und es tut mir nicht leid. Ich fühle keine Angst und keinen Schock, sondern Ruhe und Gelassenheit, jetzt wo ich weiß, dass ihr nicht verletzt seid.“

Darken griff wieder nach ihr und zog sie erneut an sich. Sein Smoking war schmutzig und Taamin sah nicht viel besser aus.

„Bitte, Darken, man wird uns vermissen. Aluinn muss mir helfen, das Blut von meinem Kleid zu entfernen, damit ich zu unseren Gästen zurückgehen und sie von eurem Verschwinden ablenken kann.“

Er küsste sie und ließ sie mit Aluinn ins Haus gehen. Sirona sah im Spiegelbild der Scheiben, wie Darken, Taamin und Thor ihr nachsahen. Dann betrat sie das Haus.

Sie war nicht ehrlich zu Darken gewesen, sie war bis ins Mark erschüttert, wollte sich aber nichts anmerken lassen. Sie hatte Todesangst gespürt, Angst um ihn, als sie das Bild vom Kampf im Geiste gesehen hatte. Sie spürte noch den Nachhall der schwarzen Wellen in sich. Der ganze Zwischenfall hatte für Sirona keine zehn Minuten gedauert. Aluinn führte sie in den hinteren Küchenbereich, mit Sodawasser und Backpulver rieb er die Flecken aus dem Kleid und nach nicht ganz fünfzehn Minuten war es wieder genauso sauber wie zuvor.