Martina Fiess - Tanz mit dem Tod

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Taschenbuch

VerlagEmons
ErschienenJanuar 1970
ISBN-139783897055216
Seitenanzahl205
Preis9,00 €

Inhaltsangabe

Bea ist völlig pleite, als sie endlich die ersehnte zweite Chance bekommt und eine Werbekampagne für eine aufstrebende Partnervermittlung in Stuttgart realisieren soll. Doch Beas Auftrag steht unter keinem guten Stern, denn eine Spur im Fall des Neckarmörders führt direkt in die Partnervermittlung. Auch in Beas Privatleben geht es turbulent zu. Exfreund Teddy startet eine Charme-Offensive und buhlt mit einem Rivalen um ihr Herz. Kurze Zeit später wird erneut eine Tote am Neckar gefunden: eine Mitarbeiterin der Werbeagentur. Die Kripo konzentriert die Ermittlungen auf die Angestellten, und Teddy ist der Hauptverdächtige. Dann verschwindet Beas beste Freundin. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

(im Handel vergriffen, Einzelexemplare bei mir erhältlich)

Leseprobe

In meinem Leben gab es zwei Männer. Sie waren verschieden wie Tag und Nacht, aber eines hatten sie gemeinsam. Für mein Gefühlsleben waren sie die reinsten Naturkatastrophen. Seit Georgs Betrug hatte sich mein Herz in eine Gletscherlandschaft verwandelt. Das dunkelrote Samtetui mit dem gelbgoldenen Ring, der von einem funkelnden Diamanten gekrönt wurde, hatte ich im Kleiderschrank in der hintersten Ecke unter meinen Wollpullis verschwinden lassen, ebenso das Flugticket nach Venedig. Trotzdem musste ich ständig daran denken. Nicht nur, weil der Abflugtermin jeden Tag näherrückte und damit auch meine Entscheidung, ob ich mir eine gemeinsame Zukunft mit Georg überhaupt noch vorstellen konnte. Als der wahre Mörder des Fotomodells gefasst worden war, hatte ich versucht, unsere Beziehung wiederzubeleben. Trotz romantischem Szenario und einem ziemlich knappen kleinen Schwarzen hatte ich kalte Füße bekommen und zwar genau in dem Moment, als Georg sich vor mir auf den Boden gekniet, das Samtkästchen aufgeklappt und mich gefragt hatte, ob ich seine Frau werden wollte. Seit diesem Abend ging ich ihm aus dem Weg, wenn auch er mir nicht aus dem Sinn.
Ebenso kompliziert war der Umgang mit meinem Exfreund Teddy. Seine erotische Ausstrahlung verursachte in meinem Körper regelmäßig Vulkanausbrüche, vor allem seit zwischen Georg und mir die emotionale Dürre ausgebrochen war. Zehn Jahre lang waren Teddy und ich ein Paar gewesen. Nach unserer Trennung hatte uns eine Laune des Schicksals in der Werbeagentur Hohlbergs Reich wieder zusammengeführt. Seit ich etwas zu tief in ein Guinnessglas geschaut und einen Rückfall in Teddys Bett erlitten hatte, pendelten wir irgendwo zwischen dem Austausch von Körperflüssigkeiten, gefährlicher Vertrautheit und misstrauischem Belauern. Ziemlich ungünstige Voraussetzungen also, um überzeugend für erfolgreiche Partnersuche und das Glück zu zweit zu werben, dessen trügerische Illusion das Geschäft von Partnervermittlungen war.