Brigitte Kanitz -

„Herzlichen Glückwunsch, ‚Immer Ärger mit Opa’ hat es auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft!“ so schrieb mir meine Lektorin vom Blanvalet-Verlag.
Ich las die Mail, las sie noch einmal, las sie hundert Mal.
Andere Mails aus der Vergangenheit schossen mir durch den Kopf. Zum Beispiel eine von meinem Agenten aus dem Jahr 2002: „Ihr erstes Buch ist so schlecht gelaufen, dass der Verlag ein zweites Projekt nicht einmal ansehen will.“ (Das war übrigens ein anderer Verlag) Oder: „Ihr Buch wird nach (zwei Monaten) remittiert. Möchten Sie noch Exemplare zum Vorteilspreis erwerben?“ Das war, glaub ich, das vierte oder fünfte Buch gewesen. Die Beispiele könnten endlos fortgeführt werden.
Doch irgendwann wurde es besser.
„Die Tortenbäckerin“, mein erster historischer Hamburg-Roman, den ich beim Ullstein-Verlag unter dem Autorennamen Brigitte Janson veröffentlicht habe, läuft nach wie vor sehr gut, ebenso wie „Der verbotene Duft“
Auch die weiteren Bücher machen es mir endlich möglich, von meinem Beruf zu leben.
Mein Weg bis hierher war ziemlich lang und voller Umwege. Gleich nach der Schule, also nach dem Abi in Hamburg, ging’s in den Job, und zwar als Volontärin bei der Allgemeinen Zeitung in Uelzen. Seitdem habe ich immer nur geschrieben, und seit ich 1989 nach Italien ausgewandert bin, schreibe ich nicht mehr als Redakteurin sondern als Autorin. Hier in Italien lebe ich zusammen mit meinen Zwillingstöchtern und unserem Hund Luna.
Dieser Job hat einiges mit Fleiß und Durchhaltevermögen, aber auch sehr viel mit Glück zu tun. Diesmal bin ich wohl dran mit dem Glück haben. An dem Nachmittag, an dem ich die Mail meiner Lektorin las, war es leider viel zu heiß für Prosecco. Ich musste bis zum Abend warten.
Ach ja, noch so ein Glück: 2003 kam ich zu DeLiA, habe tolle Kolleginnen und echte Freundinnen gefunden und viel von ihnen gelernt. Ich gehört 2006 der Jury für den DeLiA-Literaturpreis an und war für 2010 und 2011 deren Vorsitzende. Um es mit berühmten Worten auszudrücken: „Ich bin eine DeLiA, und das ist auch gut so!“