Carolin Schairer - Die Autorin über sich

Meine Leidenschaft zu Büchern begann bereits vor der Schulzeit - noch ehe ich selbst lesen und schreiben konnte, wollte ich von meiner Großmutter immer Geschichten vorgelesen bekommen. Leider hatte sie nicht immer dann Zeit, wenn ich die Fortsetzung hören wollte, und so sagte sie eines Tages: „Kind, du musst jetzt selber lesen lernen!“, schrieb mir das gesamte ABC auf und übte mit mir, bis es einigermaßen klappte.

Das erste eigene Kinderbuch, das mir meine Eltern schenkten, war „Meine Schwester Klara und der Haifisch“ von Dimiter Inkiow. In der Grundschule folgte dann die „Hanni und Nanni“ - Phase, wobei ich – zugegebenermaßen – den in diesen Büchern vermittelten Erziehungsstil nicht ganz so nachvollziehen konnte. (Erst, als in der Kollegstufe meine Facharbeit über englische Internate verfasste und der „Seele“ der englischen Public Schools auf den Grund zu gehen versuchte, waren mir einige Ereignisse in diesen Büchern verständlicher.)

Inspiriert von Enid Blyton, begann ich bald schon, selbst Geschichten dieser Art zu Papier zu bringen. Meine erste „Buch-Reihe“ hieß „Moni im Internat“ – fünf handschriftlich beschriebene Din A 5 Hefte, die leider verschollen sind…
Mit 11 Jahren begann ich, meine „Romane“ auf einer Schreibmaschine zu tippen und an meine Freundinnen zu verleihen. Bis zum Abitur entstanden im Zwei-Finger-System rund 30 Kurzromane zu den verschiedensten Themen.

Während meines Journalistikstudiums an der KU Eichstätt hatte ich – aufgrund von Lernstress, freier Mitarbeit bei diversen Medien und Praktika – dann erst einmal eine große Schaffenspause. Der erste Job in der PR-Stelle eines Finanzunternehmens verhalf mir letztendlich dazu, wieder Zeit zum Schreiben zu finden. Denn aufgrund von Unregelmäßigkeiten wurde von der Behörde ein Werbestopp über das Unternehmen verhängt, und dankenswerter Weise hatte ich so Zeit, tagsüber mit Erlaubnis meines damaligen Chefs an meinem Manuskript zu tippen. „Die Spitzenkandidatin“ handelt von einer Frau, die kurz davor steht, Kanzlerin zu werden, und dies für eine konservative Partei. Sie hat aber ein Geheimnis, ihr Privatleben betreffend, und wenn dies öffentlich wird, ist ihre Karriere dahin…und eine Journalistin weiß darüber Bescheid.

Auch dieses Skript wäre nur im Ausdruck in die Schublade gewandert, wenn nicht eine meiner Freundin (Danke, Vera!) darauf bestanden hätte, dass ich es bei diversen Verlagen einreiche. Und tatsächlich bekam ich vom Ulrike Helmer Verlag die Zusage.

Mittlerweile sind insgesamt neun Bücher von mir erschienen, die meisten davon sind Liebesgeschichten zwischen lesbischen Frauen. Denn wer sich auf diesem Segment auskennt, weiß: für Leserinnen dieser Art von Romanen gibt es im deutschsprachigen Raum leider noch ein ziemlich überschaubares Angebot.

Hauptberuflich arbeite ich derzeit jeden Tag an einem anderen Ort in Wien und Niederösterreich. Auf diese Weise sehe ich viel Neues, Abwechslungsreiches und treffe viele unterschiedliche Menschen, was mich sicher auch für künftige Romane inspiriert. Abgesehen von meinem Hobby Schreiben verbringe ich so viel Zeit wie möglich in der Natur, z. B. beim Rad fahren am Neusiedler See oder beim Wandern in Salzburg und Umgebung. Meine Leidenschaft für das Lesen ist nach wie vor ungebrochen: allein in 2-Wochen-Urlaub verschlinge ich an die 10 bis 14 Bücher, darunter Krimis, Thriller und – natürlich – Liebesromane.