Kerstin Gier - Die Autorin über sich

Als Kind habe ich mir nichts mehr gewünscht, als Schriftstellerin zu werden. Ich dachte, es könne nichts Wunderbareres geben, als sich den ganzen Tag damit zu beschäftigen, sich Geschichten auszudenken und aufzuschreiben.

Mittlerweile weiß ich, dass es noch mehr Wunderbares und Wichtiges im Leben gibt, aber Schreiben macht mich immer noch glücklich. Vor allem, weil ich nach dem Abitur ein wenig orientierungslos durch die Universitäten geirrt bin, Germanistik, Musikwissenschaften und Anglistik versucht habe zu studieren, später dann Betriebspädagogik und Kommunikationspsychologie, worin ich auch mein Diplom erworben habe. Allerdings hatte es ein frisch gebackener Diplompädagoge schon damals schwer auf dem Arbeitsmarkt, und so jobbte ich als Sekretärin und Telefonistin bei Zeitarbeitsfirmen und gab Mutter-Kind-Kurse am Familienbildungswerk. Bis ich mich mit 28 Jahren auf das besann, was ich immer noch am liebsten machte: Das Erfinden von Geschichten. Mein erster Roman entstand aus Briefen an meine Freundin Barbara in der Pfalz, die ich an meinem merkwürdigen Liebes- und Arbeitsleben teilhaben lassen wollte. Allerdings gab mein Leben nicht wirklich genug Merkwürdiges her, also erfand ich eine Menge dazu, und als ich einmal angefangen hatte zu lügen, verselbständigten sich die Personen und erlebten ihre ganz eigenen Geschichten. »Männer und andere Katastrophen« erschien 1996 kurz vor meinem 30. Geburtstag, und seither habe ich viele weitere Bücher geschrieben, auch unter den Pseudonymen Sophie Berard und Jule Brand.

Mit Mann, Sohn und Katze lebe ich in einem kleinen Dorf im Bergischen Land.