Tania Schlie - Die Autorin über sich

Wie ich zum Schreiben gekommen bin?
Ich bin nach meinem Studium der Germanistik und Politischen Wissenschaften im Lektorat von Hoffmann und Campe eingestiegen und dachte, ich hätte meinen Traumjob gefunden. Und dann hat mich ein ehemaliger Kollege geradezu aufgefordert, doch mal einen Roman zu schreiben. Obwohl es immer hieß, Lektoren könnten keine Bücher schreiben. Aus dem ersten Roman sind inzwischen zehn geworden. Nach vier Romanen unter dem Pseudonym Greta Hansen bei Piper schreibe ich nun als Caroline Bernard für den Aufbau Verlag.
Ich liebe es, mich mit meinen Figuren zu beschäftigen. Wenn ich richtig in der Arbeit bin, dann wache ich morgens mit dem Gedanken an sie auf. Ich spreche dann manchmal von ihnen, als wären sie reale Personen. Meine Familie kennt das schon und wundert sich nicht mehr ... Und dabei kommt es manchmal zu geradezu magischen Zufällen: So hatte ich mir für meinen zweiten Roman, der auf einer tatsächlichen Familiengeschichte basiert, als Hobby für die Mutter der Protagonistin ausgedacht, dass sie Blumen pressen würde. Als das Buch erschienen war, erzählte mir jemand, der die Person kannte, dass das tatsächlich so gewesen war und woher ich das denn gewusst hätte.
Ebenso wichtig wie die genaue Zeichnung der Charaktere ist mir der historische Hintergrund, vor dem meine Figuren spielen. Da kommt meine Forscherleidenschaft durch. Ich finde es immer wieder toll, mit einem Haufen Bücher in irgendeiner Bibliothek zu sitzen und mich durchzuarbeiten. Und die schönen Gegenden, in die mich das schon geführt hat: Paris und die Provence, die Normandie und Hamburg, Ellis Island ...Und demnächst Wien!
Damit komme ich wieder zum Anfang: Mein Traumjob war früher das Lektorat, jetzt ist es das Schreiben.
Und das tue ich in Schleswig-Holstein, in einer Kleinstadt an der Elbe. Die Stadt heißt Glückstadt, und ich wohne in der Reichenstraße. Wenn das kein Omen ist!