Kerstin Groeper - Donnergrollen im Land der grünen Wasser

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Taschenbuch

VerlagTraumFaenger Verlag
ErschienenNovember 2017
ISBN-109783941485556
Seitenanzahl620
Preis16,90 €

Inhaltsangabe

Maisblüte, ein junges Mädchen der Choctaw-Indianer am Alabama-Fluss, wächst wohlbehütet im Dorf ihres Vaters auf. Ihr Häuptling Tuscalusa ist ein mächtiger Mann, der von den Nachbarvölkern gefürchtet wird. Gleichzeitig bereitet sich im hohen Norden der Schildkröteninsel ein junger Mann der Menominee namens Machwao auf seine erste große Handelsreise in den Süden vor. Ihre beiden Leben nehmen eine dramatische Wendung, als Männer aus einem fernen Land mit seltsamen Helmen und auf bedrohlichen vierbeinigen Monstern mordend und brennend durch das Land ziehen. Die Spanier zerstören auf ihrer Suche nach Gold alles, was sich auf ihrem Weg befindet; doch die schlimmste Gefahr, die von ihnen ausgeht, ist unsichtbar: Krankheiten dezimieren die Urbevölkerung und zerstören dabei blühende Kulturen. Auch Maisblüte gerät als Sklavin in die Fänge der spanischen Conquistadores, die auf ihrem Weg nach Norden auch bald für Machwao zur Bedrohung werden. Die Schicksale dieser beiden Menschen verknüpfen sich auf abenteuerliche Weise.
Ein historischer Roman über eine fast unbekannte Zeit:
Die Ankunft der Spanier um das Jahr 1540 in Nordamerika

Leseprobe

Maisblüte wollte zu ihrer Mutter, doch die Pflicht, aber auch die Angst, ließen sie verharren. Von draußen waren der Kampflärm und die Schreie der Krieger zu hören. Ihr Herz klopfte, als sie mit den anderen die heiligen Gesänge zum Sonnenvater schickte. Der Heilige Mann sang ebenfalls und begleitete die Gesänge wieder mit seiner kleinen Trommel. Sie war aus einem Tontopf, der mit Leder bespannt war. Durch eine kleine Öffnung konnte Wasser eingefüllt werden, das der Trommel ihren besonderen Klang gab. Sie wurde mit einem Schlegel geschlagen, doch bei dem Lärm konnten die Jungfrauen ihren Klang kaum noch hören. Auch die Gesänge der Jungfrauen waren in dem Lärm des Kampfgeschehens nur mehr ein Hauch. Frauen und Kinder versteckten sich schreiend vor Angst in den Hütten und verschlossen die Türen. Die Krieger besetzten die Palisaden und schrien den Feinden ihre Schmährufe entgegen, beantwortet von den Befehlen und Schlachtrufen der Spanier.

Vor den Toren versammelte sich kurz darauf die Hauptmacht des Feindes. Die Patrouillen waren zur Vorhut gestoßen, sodass die Ebene mit Reitern und Soldaten überflutet war, die von allen Seiten gegen die Palisaden stürmten. DeSoto konnte es sich nicht erlauben, dass ein Dorf ihm Widerstand leistete, und hatte Befehl gegeben, dieses Dorf auszulöschen. Mit ihren Äxten und Beilen versuchten sie, die Palisaden einzureißen, während die Krieger von oben ihre Pfeile auf die Angreifer schossen. „Santiago!“, erscholl der Schlachtruf der Fremden. Der Angriff kam jetzt koordiniert, mit all der Tücke und Kriegskunst, zu der die Spanier fähig waren. Ihr Expeditionskorps war immer noch die am besten ausgerüstete Truppe der Welt. Ihr Anführer Hernando DeSoto war ein fähiger, wenngleich skrupelloser Kommandeur. Die Arkebusen rissen Löcher in die Palisaden und trafen die Krieger, die dahinter Schutz gesucht hatten. Der ohrenbetäubende Knall rollte wie ein Donner über das Dorf und ließ die Menschen darin vor Schreck erstarren. Dann gaben die Trommelwirbel der Trommlerjungen das Signal zum Sturm und in die Trompeten und Pfeifen mischte sich das hohe Kriegsträllern der Bewohner. Viele Krieger ließen sich von den Palisaden herab und kämpften im offenen Feld gegen die Angreifer, aber die Reiter mit ihren Lanzen spießten sie auf, als wären es Strohpuppen. Die Flinkheit, die sonst der Vorteil der Indios war, wurde ihnen nun zum Verhängnis, weil sie die Schnelligkeit der Pferde unterschätzt hatten. Staub wirbelte auf, als die Reiter in voller Geschwindigkeit über den sandigen Boden galoppierten. Ihre hohen Lanzen ragten aus der Staubwolke heraus und verschwanden dann plötzlich, wenn der Reiter sie senkte, um sein tödliches Handwerk zu verrichten.