Kim Kestner (Kim Kestner) - Zeitrausch-Spiel der Vergangenheit

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Inhaltsangabe

Nimmst du diese Realität an, Alison Hill?
Es ist der Schock ihres Lebens, als Alison eines Morgens feststellen muss, dass ihr kleiner Bruder verschwunden ist. Mehr noch: Anscheinend hat es ihn nie gegeben! Zumindest nicht in dieser Realität. Alison hält die Fäden ihres eigenen Lebens nicht mehr in der Hand. Man hat sie zu einer Kandidatin der Show „Top the Realities“ gemacht. An der Seite des attraktiven, aber abweisenden Kay ist sie nun gezwungen, ihre Vergangenheit so zu korrigieren. dass ihre eigene Realität wieder hergestellt wird. Dabei gerät Alison immer tiefer in die Vergangenheit und entdeckt während einer Reise durch die Jahrhunderte auch, dass Kay sie weit besser kennt, als es möglich sein sollte.

Leseprobe

31. August 2013
8.02 Uhr, irgendwo

Ich rede nur leise. Meine Zunge klebt am Gaumen. Aber ich muss die Worte ausgesprochen hören, sonst verliere ich den Verstand!
„Mein Name ist Alison Hill, ich bin siebzehn. Ich lebe mit meinem kleinen Bruder Jeremy und meinen Eltern in einem Holzhaus in den Wäldern von Mill Valley, Kalifornien. Mein Name ist Alison Hill …“
Meine Haare sind mit Staub und Dreck verklebt. Ich zwirble sie zwischen den Fingern, nur um mich zu beruhigen, um zu wissen, dass wenigstens ich noch existiere.
Wo bin ich? Raue Betonwände, der Fußboden ebenso trist wie kalt, in der Ecke steht ein Eimer, daneben eine leere Toilettenrolle, es stinkt nach Fäkalien. Mir gegenüber liegt eine Stahltür. Wohin sie führt, weiß ich nicht. Dort draußen kann mich alles erwarten: Krankheit, Tod, Krieg, aber wohl kaum die wiegenden Bäume vor unserem Haus, die ich fast genauso schmerzlich vermisse wie Jeremy, Mum und Dad. Alle haben sie mir genommen und genau in dieser Reihenfolge.
Gerade als ich meinen Kopf mit dem festen Entschluss, die Stahltür nicht zu öffnen, auf die Knie sinken lasse, fängt der Marker an zu piepen. Es wird schnell lauter, bald wird es unerträglich sein. Notgedrungen drehe ich meine rissige Handfläche nach oben und stöhne laut auf. Sie geben mir nur noch acht Minuten, um zu entscheiden, ob ich in dieser Realität leben will. Der Countdown läuft unerbittlich rückwärts.